T-Zell Studie 10.06.20

Universität Tübingen (Nelde, Bilich)

Diese Studie untersucht die unterschiedlichen Wirkweisen der Immunantwort und kommt von allen hier dargestellten Studien auf den höchsten Wert von 81% Kreuzimmunität. Die Unterschiede der langanhaltenden T-Zell-Immunität zur kurzzeitigen Antikörper-Immunität werden erläutert. Letztere kann in seltenen Fällen auch die gut bekannte Lungenpathologie auslösen.

Auszüge aus der Studie:

“Die durch CD4+ und CD8+ T-Zellen vermittelte Immunität ist von zentraler Bedeutung für die Kontrolle von und den Schutz vor Virusinfektionen“


“Dies ist die erste Arbeit, die SARS-CoV-2-spezifische und kreuzreaktive HLA-Klasse-I- und HLA-DR-T-Zell-Epitope in SARS-CoV-2-Rekonvaleszenten (n=180) sowie in nicht exponierten Personen (n=185) identifiziert und charakterisiert und ihre Relevanz für die Immunität und den Verlauf der COVID-19-Krankheit bestätigt. [...] Kreuzreaktive SARS-CoV-2-T-Zell-Epitope zeigten bei 81% der nicht exponierten Personen bereits vorhandene T-Zell-Reaktionen, und die Validierung der Ähnlichkeit mit menschlichen Erkältungs-Coronaviren lieferte eine funktionelle Grundlage für die postulierte heterologe Immunität bei SARS-CoV-2-Infektionen.“


“Während die Menge der Anti-SARS-CoV-2-Antikörper bei unseren erkrankten Probanden mit der Schwere der Symptome korrelierte, wirkte sich die Intensität der T-Zell-Reaktionen nicht negativ auf die Schwere von COVID-19 aus. Vielmehr war die Diversität der SARS-CoV-2-T-Zell-Antworten bei milden Symptomen von COVID-19 erhöht, was den Nachweis bedeutet, dass die Entwicklung von Immunität die Erkennung mehrerer SARS-CoV-2-Epitope erfordert.”


“ Die aus den beiden anderen zoonotischen Coronaviren SARS-CoV-1 und MERS-CoV gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass die Coronavirus (CoV) -spezifische T-Zell-Immunität eine wichtige Determinante für die Erholung und den Langzeitschutz darstellt. Dies ist umso wichtiger, als Studien zur humoralen Immunität gegen SARS-CoV-1 den Nachweis erbrachten, dass Antikörperreaktionen nur von kurzer Dauer sind und sogar eine virusassoziierte Lungenpathologie verursachen oder verschlimmern können.“

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Originaltext der Zitate:

“CD4+ and CD8+ T cell-mediated immunity is central for control of and protection from viral infections”
“This is the first work identifying and characterizing SARS-CoV-2-specific and cross-reactive HLA class I and HLA-DR T-cell epitopes in SARS-CoV-2 convalescents (n=180) as well as unexposed individuals (n=185) and confirming their relevance for immunity and COVID-19 disease course. [...] Cross-reactive SARS-CoV-2 T-cell epitopes revealed preexisting T-cell responses in 81% of unexposed individuals, and Validation of similarity to common cold human coronaviruses provided a functional basis for postulated heterologous immunity in SARS-CoV-2 infection.”


“Whereas anti-SARS-CoV-2 antibody levels were associated with severity of Symptoms in our SARS-CoV-2 donors, intensity of T-cell responses did not negatively affect COVID-19 severity. Rather, diversity of SARS-CoV-2 T-cell responses was increased in case of mild Symptoms of COVID-19, providing evidence that development of immunity requires recognition of multiple SARS-CoV-2 epitopes.”


“Knowledge obtained from the two other zoonotic coronaviruses SARS-CoV-1 and MERS-CoV indicates that Coronavirus (CoV)-specific T-cell immunity is an important determinant for recovery and long-term protectionl 5-18. This is even more important since studies on humoral immunity to SARS-CoV-1 provided evidence that antibody responses are short-lived and can even cause or aggravate virus-associated lung pathology.”

Institut

Universitäts-Klinikum Tübingen - Nelde, Bilich, Heitmann et al.


Quelle 

https://www.nature.com/articles/s41590-020-00808-x


PDF (Volltext der Studie, englisch)

https://www.nature.com/articles/s41590-020-00808-x.pdf